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The Book of Unwritten Tales

Rubriken: Computerspiele, Adventure und Rollenspiele

Ziemlich abgedrehte Rollenspiel-Welt!
Ziemlich abgedrehte Rollenspiel-Welt!
Bild: HMH
Wer irgendwann den salbadernden Ernst von “Der Herr der Ringe” nicht mehr ertragen kann, dennoch dem Fanatasygenre zugeneigt bleibt und auch mal lachen möchte, kommt bei dem Adventure “The Book Of The Unwritten Tales” voll auf seine Kosten.
In der fantastischen Welt Aventásias leben Elfen, Zwerge, Gnome und Co in Frieden miteinander, aber leider im Krieg mit den Horden der Schattenarmee. Der kauzige Mortimer MacGuffin findet einen Ring, dessen Kräfte den Guten zum Sieg verhelfen könnte. Durch einen unglücklichen Zufall gelangt der jedoch in die Hände des verträumten Gnoms Wilbur, der den Auftrag hat, das magische Kunstwerk zum Erzmagier der Menschen zu bringen. Doch er ist nicht allein. Ihm helfen die Elfe Ivo, der Pirat Nate und ein reichlich seltsamer und glubschäugiger Typ namens „Das Vieh“.
Die Spieler schlüpfen abwechselnd in die Rollen der vier Hauptfiguren. Die Aufgabe besteht darin, das Schmuckstück vor den Horden der bösen Schattenarmee und ihrer fiesen Herrscherin Mortoga zu schützen.

Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel reicht von babyleicht bis ganz schön vertrackt. Natürlich gibt es dabei auch das obligatorische Hacken abrennen, damit sich alle Voraussetzungen zum Lösen einer Kopfnuss erfüllen. Da wird einem Zwergenbart mit der Schere zu Leibe gerückt oder bösartiger Schleim, der einstmals ein Schokopudding war, aus Kochtöpfen verbannt. Der Topf dient dann hinterher als Helm.
Wilbur muss sich als Zauberlehrling verdingen und irre Mixturen aus den abwegigsten Zutaten zusammenstellen. Einige der Aufträge erfordern das Zusammenspiel zweier Figuren. Liegt dem Gnom etwas zu hoch und er kommt nicht ran, wechselt der Spieler auf die Elfe Ivo, die es auf jeden Fall schafft. Mehr als 150 Rätsel, Kombinations- und Logikspielchen gilt es zu lösen. Da rauchen die Köpfe.

Fast alles im Spiel erfolgt über Maussteuerung. Die Spieler klicken, um sich zu bewegen, Hinweise zu erhalten, Gegenstände einzusammeln oder um mit einem der über 40 oft verschrobenen Charaktere zu sprechen. Der Spieler gelangt mühelos an das Inventar, in dem er die Maus in den unteren Bildschirm bewegt. So öffnet sich automatisch die Ausrüstungstasche. Um Gegenstände aufzunehmen und zu nutzen, reicht ein Doppelklick. Sticht einem mal nicht gleich was ins Auge, zeigt die Leertaste die sogenannten „Hotspots“ an, also die anklickbaren Objekte. Manchmal ist das recht nützlich. Mit der Escapetaste geht es dann ins Hauptmenü zum Speichern, Laden oder Optionen einstellen.

Die Grafik ist sehr zeichentrickhaft gehalten. Bunt, fantasievoll und einfach nur schön anzusehen. Allerdings wirken die Figuren gerade in Nahaufnahmen nicht so lebendig, die Mimik bleibt recht starr. Das tut aber dem Spielspaß keinen Abbruch, denn insgesamt sind die Charaktäre liebevoll gestaltet und das „Vieh“ hat auf alle Fälle das Zeug zum Kultstatus.
Besonders die Sprecher der Figuren, unter denen sich Synchronsprechergrößen wie etwa Oliver Rohrbeck (u.a. Justus Jonas), Thomas Danneberg (u.a. John Cleese) oder Wolfgang Völz (u.a. Kapitän Blaubär), unterhalten mit zum Teil schön absurden Dialogen.


Fazit:
Ein durchweg gelungenes Abenteuer, das sich ganz unverblümt bei allen erdenklichen Fantasy-Referenzen wie „Der Herr der Ringe“, „World of Warcraft“ und sogar „Harry Potter“ und Co bedient, ohne rot zu werden. Die aufwändige Story, weitläufige Abenteuerwelt und zahlreichen Rätsel sorgen für einen langen Spielspaß. Ein Muß!



ausgezeichnet
Preisca. 40 Euro
HerstellerHMH
PlattformCD-ROM für PC
SpracheDeutsch
Veröffentlicht2009
Alterab 12 Jahren
USKFreigegeben ab 12 Jahren
Text aus:Internet ABC (05/2009)

LAST UPDATE 06.09.2010