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Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

Rubriken: Deutscher Kindersoftwarepreis TOMMI, Nominierte & Gewinner, Spiel des Monats, 2009, Nintendo DS, Knobeln, Merken, Geschicklichkeit*

Geheimnisse im seltsamen Dörfchen Saint-Mystère
Geheimnisse im seltsamen Dörfchen Saint-Mystère
Bild: Nintendo
Nominiert für den Deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI 2009

Spiel des Monats 01/2009

Der Nintendo DS ist der neue PC. Wer es nicht glaubt, sehe sich nur die unglaubliche Themenvielfalt und den nahezu unerschöpflichen Ideenreichtum an. Dadurch erschließen sich völlig neue Zielgruppen.
Und so mancher Erwachsener, der sich für konsolenuntauglich hielt, sitzt plötzlich selbst über einen DS gebeugt und versucht quietschvergnügt die gestellten Aufgaben mit Bravour zu lösen. Zu den Spielen, die Kinder in den Bann ziehen, aber auch Mütter und Väter tief faszinieren, zählt zweifellos „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“.

Auf den ersten Blick sieht das Spiel wie ein Detektiv-Adventure mit kleinen Animé - Elementen aus. Doch tatsächlich handelt es sich nicht um einen weiteren Zeichentrickfilm, sondern um eine gut getarnte und liebevolle Rätselsammlung. 130 Aufgaben gilt es hier zu bewältigen, und wer einfach nicht genug bekommt, darf sich noch einen Nachschlag aus dem Internet besorgen. Die unterschiedlich schwierigen Denkspiele gehen dabei auf Akira Tago zurück. In Japan gehört der emeritierte Professor zu den bekanntesten Verfassern kniffliger Rätseln und knallharter Kopfnüsse. Bei „Professor Layton“  handelt es sich um eine originelle Umsetzung seiner vertrackten Ideen für den Nintendo DS. Manche davon existieren allerdings schon ewig und wurden von Tago zusammengetragen.

Zur Geschichte:  Der vornehme Archäologe Professor Layton reist mit seinem pfiffigen Assistenten  Luke in das Dorf Saint-Mystere.  Das Erbe eines verstorbenen Barons, ein goldener Apfel,  scheint dort spurlos verschwunden zu sein. Und sogar ein Mord geschieht. Alle Hoffnungen ruhen fortan auf den beiden Hobbydetektiven und natürlich dem  Spieler. Denn die Geschichte wird immer wieder durch zahlreiche Gespräche unterbrochen. Nahezu jeder Dorfbewohner hat dabei den Helden etwas mitzuteilen, doch zuvor muss immer erst ein Rätsel oder eine Aufgabe gelöst werden.

Und die haben es wirklich in sich. Beispiel gefällig?  Wenn ein Windstoß drei von zehn Kerzen fies ausbläst, wie viele Kerzen bleiben dann am Ende übrig? Sieben? Zehn? Drei?!  Was genau bedeutet dabei „am Ende“? Gar nicht so einfach, oder?! Noch kniffliger wird es beim Übersetz-Spiel Wölfe und Küken. Die Tiere müssen dabei allesamt heil über den Fluss gebracht werden.  Doch passen nur jeweils zwei Tierchen auf das einfache Holzfloß. Allerdings dürfen dabei nie mehr Wölfe als Küken am Ufer zurück bleiben, da sonst die Wölfe unerlaubt das Federvieh verfrühstücken.

Ein anderes Mal soll eingeschätzt werden, welcher Stuhl aus einer Ansammlung schicker Sitzgelegenheiten der richtige für eine Mehrzweckhalle sein könnte. Und natürlich dürfen Streichholzspiele nicht fehlen. Die müssen klug nach Vorgabe sotriert werden.  Etwas so: Lege ein Hölzchen um, damit der stehende Hund anschliessend liegt. Lustig ist auch das Bruder-Sudoku: Der Spieler platziert sechs einander verhasste Jungen so am Esstisch, dass am Ende keiner neben einem verabscheuten Verwandten sitzt.  Wie zu Hause.

Jaja, diese Art der Spiele kennen wir alle aus Zeitschriften und Konzentrationsbüchern. Aber die Macher haben sich wirklich große Mühe gegeben, damit das Ergebnis eines echten, interaktiven Nintendo-DS-Spiels auch würdig ist. Dazu gehört eine ausgezeichnete, detailfreudige Grafik, sympathische Helden, verschrobene Nebenfiguren, stimmungsvolle Musik und ebenso perfekte wie auch charmante Umsetzungen der einzelnen Rätsel.  Nach jeder gelösten Aufgabe, geht dann die Geschichte weiter.

Unterwegs sammeln die Spieler jede Menge Münzen ein. Dann kaufen sie sich Hinweise. Drei Tipps gibt es pro Denksportaufgabe. Und wer es dann immer noch nicht herausgefunden hat, muss eben aufgeben. Übrigens hat „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“ einen sehr großen Wiederspielwert. Denn mit dem Rätselindex kann jederzeit zu jedem Kapitel zurückgekehrt werden. Damit keine Langweile aufkommt, dürfen sich dann über die Wi-Fi-Internetverbindung neue Herausforderungen herunter geladen werden.  Für alle Freunde von Konzentrationsspielen und Kopfnüssen.


Fazit:
Ein wirklich ausgezeichnetes Rätselspiel.



gut
Preisca. 40 Euro
HerstellerNintendo
PlattformNintendo DS
SpracheDeutsch
Veröffentlicht2008
Alterab 8 Jahren
USKFreigegeben ohne Altersbeschränkung
Text aus:Internet ABC 1/2009

LAST UPDATE 18.09.2014